Ballenverletzung an der Hundepfote

Euer Hund hat eine Ballenverletzung an der Hundepfote – was tun?

Die Pfotenballen unserer vierbeinigen Freunde sind einer ständigen Belastung ausgesetzt, beim Stehen, beim Gehen, beim Laufen und beim Herumtoben. Leider kommt dadurch schnell und vor allem ganz unerwartet zu einer Ballenverletzung. Die Hundepfoten können sich leicht durch Dornen, spitze Steine, Scherben, Splitter oder auch im Winter durch Streusalz verletzen.

Eine Ballenverletzung rechtzeitig erkennen und richtig zu behandeln

Leckt euer Hund immer wieder an seiner Pfote und ihr könnt augenscheinlich keine Wunde erkennen, könnte er sich eventuell einen Dorn, einen kleinen Splitter oder einen schmerzhaften Insektenstich eingefangen haben. Möglicherweise hat sich auch ein Fremdkörper verkapselt. Tastet die Pfoten vorsichtig ab und achtet auf Reaktionen, die ein Schmerzempfinden signalisieren, um die betroffene Stelle besser eingrenzen zu können. Achtet auch auf Schwellungen, wie sie bei Stichen vorkommen. Könnt ihr nichts erkennen, merkt aber, dass es den Hund schmerzt und es sich nicht um einen Bagatellfall handelt, dann lasst lieber einen Tierarzt drüber schauen.

Eine Verletzung des Ballens der Hundepfote ist nicht lebensbedrohlich, jedoch solltet ihr diese auch nicht unbeachtet vernachlässigen. Euer Hund wird trotz der Wunde gerne am Ballen bzw. an der Verletzung lecken. Bei offenen Wunden könnte sich die Wunde am Ballen des Hundes dadurch verschlimmern. Dies solltet ihr, wenn möglich unterbinden. Bedenkt aber auch, dass Wunden an der Luft besser heilen. Hier müsst ihr euren Hund genau beobachten und abwägen, insbesondere auch nach Art der Verletzung, welche Behandlung am sinnvollsten ist.

Rissige Pfoten beim Hund

Besonders bei Spaziergängen auf rauhen Bodenbelägen kommt es gerne zu rissigen Pfoten beim Hund. Auch Streusalz im Winter verursacht Hornhautrisse, die sich dann schnell entzünden könnten. Ist die Hornhorn des Pfotenballens rissig, kann diese die Pfote nicht mehr richtig vor mechanischer Belastung schützen. Die sensorischen Nerven, die sich im Ballen befinden reagieren dann auf Druck, Vibration, Kälte und Wärme. Vorbeugend kann man die Pfoten mit einer Pflegecreme behandeln. Ihr könnt eurem Hund auch Hundeschuhe anziehen. Ist die Pfote bereits wund, solltet ihr eine Creme, wie „San Sil animal Creme“ benutzen, die pflegend und zugleich antibakteriell wirkt.

Kleinere Ballenverletzung beim Hund

Kleinere Bagatellverletzungen heilen oft sehr gut von selbst aus. Allerdings solltet ihr auch hier ein paar Dinge beachten, damit sich die Wunde nicht entzündet. Solange die Wunde noch offen ist, solltet ihr darauf achten, dass sich weder Fremdkörper noch Schmutz darin befinden. Reinigt frische Wunden und desinfiziert sie. Je nach Wunde und Verhalten eures Hundes könnt ihr die Wunde einfach an der Luft heilen lassen, sie mit Sprühpflaster (hundeverträglich) abdecken oder einen Salbenverband mit entzündungshemmende Salbe auf die Wunde aufbringen. Vermeidet Belastungen, bis die Wunde verheilt ist.

Tiefe Schnittwunde in der Pfotenballe

Bei einer tiefen Schnittwunde im Bereich des Ballens kann es zu einem großen Blutverlust kommen. Zudem können sich Fremdkörper in der Wunde befinden, die zu einer langwierigen bakteriellen Entzündung führen können. Diese müssen aus der Wunde entfernt werden und die die Wunde muss gereinigt und desinfiziert werden. Bis die Ballenverletzung verheilt ist, solltet ihr die Wunde an der Pfote durch einen sterilen Verband schützen. Die Zehen könnt ihr mit Watte polstern. Zum Schutz beim Gassigehen könnt ihr eine alte Socke darüber stülpen oder einen Hundeschuh anlegen.

Ihr solltet bei tiefen Schnittverletzungen des Ballens unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Möglicherweise muss die Wunde genäht oder geklammert werden. Wenn ihr dabei keine Zeit vergeudet, kann die Wunde an den frischen Schnittstellen wieder zusammen wachsen. Eine tiefe Schnittverletzung ist immer langwierig, bis diese richtig verheilt ist. Solange solltet ihr euren Hund vor zu großer Belastung der Pfote möglichst schützen, damit die Wunde nicht wieder aufreißt. Wenn möglich, leistet Erste Hilfe.

So leistet ihr bei einer tiefen Wunde Erste Hilfe:

ACHTUNG: Auch der liebste Hund kann bei Schmerzen mit Beissattacken reagieren. Zum Selbstschutz legt ihr eurem Hund vor der Wundbehandlung besser einen Maulkorb an.

  • Beruhigt euren Hund
  • Legt euren Hund in die stabile Seitenlage
  • Reinigt die Wunde mit klarem, sauberen Wasser
  • Begutachtet die Wunde mit einer Taschenlampe
  • Fremdkörper entfernt ihr mit einer Pinzette aus der Wunde
  • Desinfiziert die Wunde mit Desinfektionsspray
  • Legt eine sterilen Wundkompresse und einen Polsterverband an
  • Sollte es sehr stark bluten, dann müsst ihr eine Aderpresse anlegen
  • Begebt euch schnellstmöglich zum Tierarzt

Auch wenn es sich bei eurem Hund dieses Mal um eine kleinere Verletzung handelt oder ihr euch nur informieren wolltet, bestellt euch am besten vorsorglich Verbandsmaterial und Polsterwatte, damit ihr diese Materialien im Ernstfall direkt zur hand habt.

   
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